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Special des Monats – Karneval

Jeder Jeck ist anders

So ausgelassen feiert Straelen den Straßenkarneval – allerdings bereits eine Woche vor dem Tulpensonntag.

Nur alle zwei Jahre eine neue närrische Majestät, seit längerem gar keinen Regenten und ein Umzug, der sich bereits eine Woche vor Tulpensonntag unter dem Beifall der Karnevalsfreunde durch die Innenstadt schlängelt – der niederrheinische Karneval ist vielfältig und überrascht mit regionalen Besonderheiten. Jeder Jeck ist eben anders.

Jeder Jeck ist nicht nur anders, er feiert mitunter auch anders. Zum Beispiel in Straelen. Denn Straelens Karneval ist einmalig. Wer kann schon von sich behaupten, einen „Kleinkarnevals-Sonntag“ sein Eigen zu nennen? An ihm findet der Karnevalszug statt – aber bereits genau eine Woche vor Tulpensonntag am 4. Februar, ab 12.11 Uhr. An einem Tag also, an dem der eine oder andere Narr noch mit dem Feinschliff am Wagenbau beschäftigt ist.

Foto: GKG Narrenschiff/Bernd Kolterjahn

Als dem Bischof der Karnevalszug missfiel

Was heute schmunzeln lässt, war vor vielen Jahren eine ernste Geschichte. Und die begann 1905 mit dem ersten offiziellen Karnevalszug durch Straelens Straßen. „Das närrische Treiben kam dem damaligen Bischof von Münster, Hermann Jakob Dingelstadt, zu Ohren“, erzählt Stefan Terheggen, Pressesprecher der Großen Karnevalsgesellschaft Narrenschiff Straelen. „Das weltliche Vergnügen missfiel dem Geistlichen: Er ordnete für das Karnevalswochenende ein 40-stündiges Gebet an, das am Samstag beginnen und erst am Montag enden sollte.“ Wie das nun mal damals war, wurde die Anweisung aus Münster strikt befolgt. Auf den Straßenkarneval wurde dennoch nicht verzichtet – er wurde einfach um eine Woche vorverlegt.
Beim Kleinkarneval blieb es – selbst als nach längerer Karnevalspause aufgrund des Ersten Weltkrieges das GKG Narrenschiff Straelen 1929 neu gegründet wurde. „Die Erlaubnis, den Zug wieder aufs Fastnachtswochenende zu legen, wurde seitens der Kirche verwehrt“, sagt Stefan Terheggen. Aus der Not wurde fortan eine Tugend gemacht…

Zwei Jahre auf dem Thron

Denn Zugkonkurrenz gibt’s aufgrund des besonderen Termins nicht – allein auf weiter Flur, sozusagen: Der närrische Lindwurm Straelens wuchs an zu einem der größten am Niederrhein – mit bis zu 120 Fußgruppen und Wagen und bis zu 20.000 Zuschauern. Auch die Wagen des Narrenschiff-Vereins glänzen: Weil nur alle zwei Jahre in Wagen investiert wird – der Zug fährt in der Blumenstadt im Zweijahres-Turnus – kann mehr Geld in sie fließen. Und das wird man auch in diesem Jahr sehen.
Und welche närrische Hoheit kann schon sagen, dass er wie Prinz Hanjo I. in Straelen zwei Jahre regiert? Die wenigsten! Gefeiert wird natürlich trotzdem 24 Monate lang. Im zugfreien Jahr besonders ausgiebig mit dem befreundeten niederländischen Karnevalsverein aus Velen.

 

Foto: GKG Narrenschiff/Bernd Kolterjahn

Traditionell ein Kinderprinzenpaar

Häufiger auf eine Prinzenwahl verzichten muss Kevelaer. Seit 13 Jahren ist der Thron verwaist, es mangelt an Bewerbern. „Wir würden gerne wieder Tollitäten haben. Wir sind offen für Bewerbungen“, betont Elke Tebartz, Präsidentin des VFR Blau-Gold Kevelaer. Vieles lasse sich machen: Ob Prinz, Prinzessin, Prinzenpaar oder Dreigestirn – alles gehe.

Doch ganz auf majestätischen Glanz verzichten muss der Marienwallfahrtsort nicht. Noch bis zum 4. Februar regiert das alte Kinderprinzenpaar. Dann lost es selber das neue Kinderprinzenpaar aus. Das Kinderprinzenpaar – eine geliebte Tradition im Wallfahrtsort des Kreises Kleve.

Foto: GKG Narrenschiff/Bernd Kolterjahn

Wallfahrt der Karnevalisten

Auch wenn’s mit den großen Tollitäten in den vergangenen Jahren also nicht so recht klappen will, weiß Kevelaer gerne, gut und viel zu feiern. Davon zeugen mehrere große Sitzungen und eine bemerkenswerte Jugendarbeit: Kevelaerer Tanzgarden haben bereits einige Preise abgeräumt.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Karnevalistenwallfahrt, die mit über 1000 Besuchern am Sonntag vor dem 11.11. (dieses Jahr am 4.11.18) die drittgrößte Wallfahrt darstellt – einschließlich Festhochamt, Fahnensegnung, Predigten in Reimform und nachmittags eine Party im Bühnenhaus. Jetzt fehlt dem Wallfahrtsort nur noch eine neue Tollität zum närrischen Glück.

Michael Vehreschild

 

NRlive stellt die Prinzessinnen und Prinzen der Region vor

Einmal Prinzessin oder Prinz sein – mancher hat schon als Kind hiervon geträumt. Für einige Niederrheiner erfüllt sich schließlich dieser Wunsch. Ihnen liegt nun das Narrenvolk zu Füßen. Und das sind die aktuellen Throninhaber der Region.

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