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Hildegard von Bingen hat Spuren hinterlassen – als Nonne, Äbtissin und Autorin von bedeutenden theologischen Werken, als Naturwissenschaftlerin, Ärztin und Komponistin aus dem mittelalterlichen Europa. In Deutschland, aber auch weltweit bilden sich Hildegard-Gruppen. Seit kurzem gibt es auch eine Gruppe in Emmerich. Nun findet in der Stadt am Rhein – und das dürfte nicht nur die Emmericher Kulturinteressierten begeistern – auch ein Schauspiel statt.

Auf die Spuren der Heilige und Kirchenlehrerin begibt sich das Schauspiel „Hildegard von Bingen – Die Visionärin“ von Susanne Felicitas Wolf am Dienstag, 24. April, 20 Uhr, im Stadttheater Emmerich. Abgerundet wird das Stück, bei dem unter anderem Anja Klawun mitspielt, durch Gesang und Live-Schauspielmusik.

Viele Fragen stellen sich in dem Schauspiel: Kann eine Frau Gott näher sein als jeder Mann? Kann sie Visionen empfangen, wie sie keinem Mann je zuteil geworden sind? Unmöglich. Nicht nur in der patriarchalischen Welt des Mittelalters. Und doch schien es so gewesen zu sein.

Unerschöpfliche Energie

Zum Ende des 11. Jahrhunderts wird in Bermersheim am Rhein ein schwächliches Mädchen mit Namen Hildegard geboren. Als zehntes Kind adeliger Herkunft war ihr ein gottgeweihtes Leben vorbestimmt. Niemand aber konnte ahnen, dass aus dem kränklichen Mädchen eine der bedeutendsten Frauen der Weltgeschichte werden sollte.

„Gottes kleine Posaune“, wie sie sich selbst nannte, blies den Großen und Größten ihrer Zeit kräftig den Marsch. Und mit ihrem unglaublichen Willen versetzte sie zwar keine Berge, aber sehr wohl Klöster. Trotz immer wiederkehrender schwerer Erkrankungen, die sie als Prüfungen betrachtete, war sie von nahezu unerschöpflicher Energie und Aufmerksamkeit für alles, was sich im Lebendigen zeigt. Ihre Visionen wurden zum Leitbild für ganze Generationen.

Theatrale Annäherung

Was trieb diese Frau an? Was gab ihr die Kraft, gegen alle Konventionen und Widerstände ihren Visionen zu folgen, sich und ihrem tiefen Glauben treu zu bleiben?

In Zusammenarbeit mit der Autorin Susanne F. Wolf – Bühnenadaption von Die Päpstin“ – entsteht ein Schauspiel, das den Lebensweg dieser außergewöhnlichen Frau nachzeichnet: von den ersten Visionen über die Konfrontation mit den kirchlichen Instanzen und weltlichen Würdenträgern ihrer Zeit bis hin zur Erkenntnis von der Einheit der Dinge. Im Stück verschmelzen belegte biographische Wirklichkeit und – behutsam eingesetzte – fiktionale Elemente zu einem faszinierenden Ganzen. Es entsteht eine spannende theatrale Annäherung an eine Persönlichkeit.

Stück über Liebe und Wahrheit

Visionen, Wunderheilungen, Erkenntnisse, verzweifelte Ausbrüche: Hildegard, eine Begnadete, Begabte, Lodernde, verlangt sich und ihren Mitmenschen alles ab. Ein Stück über Liebe, Glauben, Wahrheit und beeindruckende Menschlichkeit.

Die Tickets kosten € 18,50 / 16,50 / 13,50 / 10,50 und sind erhältlich im Theaterbüro, Grollscher Weg 6, 46446 Emmerich am Rhein, Tel. 02822 / 75 2000; http://theaterlust.de/hildegard-von-bingen

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