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Zeit für eine Pizza-Revolution

Gino Tassone ist das Kunststück geglückt, den Pizza-Gipfel zu erklimmen. Bei der German Pizza Trophy in Bochum belegte der Dinslakener den zweiten Platz. Aber dem Meister-Bäcker von „Mamma’s Simple Food“ und seinem Geschäftsführer Malte Bruins geht es um mehr. „Es ist Zeit, den guten Ruf der Pizza wieder aufleben zu lassen“, sagt Bruins. Zeit für eine Pizza-Revolution.

Doch der Weg auf den Gipfel war kein leichter. Selbst ein „alter Hase“ wie Gino Tassone, immerhin seit 24 Jahren fast täglich am Pizza-Ofen, kämpfte bei der deutschen Pizza-Meisterschaft mit Lampenfieber. In seinem Rücken wusste er rund 25 meist italienische Konkurrenten aus ganz Deutschland, in seinem Kopf die Befürchtung – schiefgehen kann ja immer etwas. „Aber die Nervosität bringt die Konzentration.“

 

Gino Tassone

Gleicher Ofen – zwei Versuche

So unterschiedlich am Ende jede Pizza auch sein mag, so identisch waren zunächst die Bedingungen des Wettkampfs. Gleicher Ofen, gleiche Temperatur und zwei Versuche. „Den ersten Versuch nutzt man meist erst, um zu sehen, wie der Pizzateig in diesem Ofen reagiert. Mit dem zweiten Versuch präsentiert man sich der Jury“, erläutert Bruins. Leider musste Gino Tassone mit einem Elektroofen arbeiten. „In unseren Lokalen wird die Pizza in einem mit Buchenholz befeuerten Ofen bei bis zu 500°C gebacken und entwickelt in Kombination mit den ausgesuchten Zutaten ein unglaubliches Aroma.“

Top-Jurymitglied Daniel Young

Aber selbst ein Elektroofen konnte den 40-jährigen Meister-Bäcker nicht stoppen. Die hochkarätig und international besetzte Jury erteilte ihren Segen zu seiner mit eingelegten Tomaten, gegrillter Zucchini, gegrillten Oliven – über Nacht eingelegt – und italienischem Büffelmozzarella belegten Pizza. Beifall gab’s zum Beispiel vom Erfolgsautor Daniel Young, der „Whereto Eat Pizza“, sozusagen die Pizza-Bibel, geschrieben hat. Die Belohnung für den zweiten Platz: Urkunde und Pokal.

Verbissenheit im Wettkampf wäre aber fehl am Platze. Es geht Gino Tassone und Malte Bruins nicht darum, andere zu schlagen, sondern mit anderen aus der Gilde gerade bei solchen Meisterschaften zu zeigen, dass Pizza nicht „Fast-Food“ sein muss. „Das Bewusstsein bei den Leuten muss sich ändern.“

Ein Leben für die Pizza

Gino Tassones Welt ist schon lange eine Scheibe. Seine Großmutter Rosina kam vor rund 40 Jahren aus Kalabrien. Die Familie eröffnete in den 1980er Jahren einen kleinen italienischen Feinkostladen in Dinslaken, dann begannen sie für wenige Gäste zu kochen. Tassone – intern auch „Magic Hands“ genannt – ist seit seinem 16. Lebensjahr Pizzabäcker bei seiner Familie. „Das heutige Restaurant-Konzept von ‚Mamma’s Simple Food‘ ist seine Erfindung. Er lebt für die Pizza“, so Malte Bruins.

Umso mehr ärgern sich Gino Tassone und Malte Bruins über das Image der Pizza. Sie ist als „Fast Food“ und ungesund verrufen, „aber das ist unbegründet. Pizza geht auch anders, das beweisen wir. Wir verwenden nur natürliche und frische Zutaten, die Qualität macht es am Ende aus“, so der 29-Jährige. Wenn man diese Pizza gegessen habe, werde es einem schwer fallen, auf Tiefkühlpizza zurückzugreifen. Pizza sei nicht umsonst die drittliebste Speise der Deutschen. „Wir wollen das Angebot revolutionieren.“

Pizza als Kunstwerk

Am besten gemeinsam. „Wir führen die Pizzerien in Dinslaken, Kamp-Lintfort und Bocholt zusammen mit der Familie Tassone, da unsere Eltern eine lange Freundschaft verbindet“, betont Bruins. Ja, Pizza ist für beide Familien eine Lebenseinstellung, nicht einfach nur eine Mahlzeit. Mit ganz „simplen“, deshalb „Simple Food“, Zutaten könne man die Gäste zum Lächeln bringen. „Es muss nicht immer das Komplizierte und das Teure sein, sondern das Einfache, Frische und Gute.“ Jede Pizza soll ein kleines Kunstwerk, ein Unikat sein.
Der Kampf um die Anerkennung der Pizza ist für Gino Tassone und Malte Bruins noch längst nicht beendet. Nun möchte der 40-Jährige den Gipfel der Europameisterschaften im März 2018 in Hamburg erklimmen. Dann wird er sagen können: So geht Pizza!

Die Lieblings-Pizzen der Preisgekrönten
Es gibt unzählige Pizza-Varianten, aber was sind die Lieblingspizzen der Experten Malte Bruins und Gino Tassone? Mamma’s Pizzaiola – es ist keine klassische Pizza, sondern eine brotartige Teigtasche. Diese Kreation der Familie Tassone hat Bruins sofort vom Hocker gehauen. Warmes Rindfleisch in Knoblauch-Tomatensoße, kalt belegt mit Rucola, Mozzarella und Parmesanflocken verfeinert mit Olivenöl. Aber nichts für den kleinen Hunger. Ansonsten Margherita Mozzarella oder Marinara. Die klassischsten Pizzen, bei denen man die Frische und Qualität sofort schmecken kann. Man schmeckt nur den Teig, die frische Tomatensoße und/oder den leckeren Mozzarella.
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