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Vorbei an Gärten und Industriedenkmälern

Vier auf einen Streich – das bietet die Baumkreisroute. Die Strecke verbindet das Städtequartett Rheinberg, Moers, Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort. Die Fietser erfahren, wie nah es beieinander liegt und welche Vielfalt an Sehenswürdigkeiten sich an der 42 Kilometer langen Vier-Städte-Radtour rund um den Pattberg befindet. Ob außergewöhnliche Industriedenkmäler oder hübsche Gartenanlagen – Abwechslung ist Trumpf.

Die Baumkreisroute ist ohne den Landschaftspark NiederRhein nicht zu denken. Sie gehören – wie Zwillinge bei der Geburt – einfach zusammen. Denn die Gründung des Landschaftsparks und das Projekt Baumkreis sind eng miteinander verbunden. Die Idee des Baumkreises geht übrigens auf Billie Erlebenkamp zurück. 1997 machte die Künstlerin den Vorschlag, einen grünen Baumgürtel rund um die Halde Pattberg zu pflanzen.

Halde Pattberg

Die Halde Pattberg ist für die Route der passende Mittelpunkt. 1962 war mit der Aufschüttung der Halde durch das Bergwerk der Zeche Pattberg in Moers-Repelen begonnen worden. 20 Jahre lang wurde aufgeschüttet. Heute verfügt die Halde über eine Fläche von 48 Hektar – das Plateau befindet sich in rund 75 Metern Höhe, wo ein Gipfelkreuz schon von weitem zu sehen ist. Die Baumkreisroute wurde im Umkreis von ca. vier Kilometern um die Halde Pattberg angelegt.

Kloster Kamp mit Garten

Ob auf dem Rad oder auch per pedes – beides ist durch die parallele Wegführung möglich. Empfehlenswerte Start- bzw. Zielpunkte sind der Abteiplatz des Kloster Kamps, die Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn, das Underberg-Freibad in Rheinberg oder das Café del Sol in Moers. Die Route eignet sich als Tagestour. Sie ist durch eine durchgehende Beschilderung gut zu erfahren.

Ein Auftakt nach Maß ist natürlich das Kloster Kamp. Mit Recht darf es als ein kulturhistorisches Schmuckstück bezeichnet werden. 1123 gegründet, war es das erste Zisterzienserkloster im damaligen deutschsprachigen Raum. Weil das Areal seinerzeit noch Sumpflandschaft war, wurde das Kloster auf dem nahe liegenden Hügel errichtet. Doch unterlag das Kloster auf dem Kamper Berg einem steten Wandel: Vom ursprünglich romanischen Bau ist wenig bekannt.

Klösterliches Leben

Seit 2003 beherbergt das Kloster ein Geistliches und Kulturelles Zentrum. Hier finden beispielsweise die Kamper Konzerte, Lesungen und das Kammermusikfest statt. Die Klostervesper wird heute noch jeden Sonntag um 17 Uhr gebetet. Besinnungstage runden das Konzept ab. Als kostbarstes Ausstellungsstück gilt das Kamper Antependium, ein Altarvorhang aus dem 14. Jahrhundert. Das Kloster-Museum zeigt das klösterliche Leben im Wandel der Zeit. Zum Verweilen laden ein Klostercafé und ein Klosterladen ein. Die Möglichkeit zu entspannen, bietet der Terrassengarten.

Nach dem glänzenden Eindruck, den bereits das Kloster Kamp hinterlassen hat, geht es nun raus in die Natur. In östlicher Richtung gen Rheinberg führt die Route zunächst in einen Wald und schließlich am Golfplatz vorbei. Der 18-Loch-Golfplatz ist übrigens ganzjährig und weitgehend auf Sommergrüns bespielbar, umgeben von Hügeln mit altem Baumbestand. Weiter geht es durch Felder, die reichlich Sonnenlicht zulassen.

Nächster Halt zwischen Kamp-Lintfort und Rheinberg könnte der Britische Ehrenfriedhof sein. Aus verstreuten Gräbern zwischen Aachen und dem Rhein wurden 3.334 Gefallene auf diesen Friedhof an der Rheinberger Straße umgebettet. Unter den zahlreichen Soldatenfriedhöfen der Alliierten gilt der Rheinberger als einer der größten und auch einer der schönsten. Zeit für ein besinnliches Verweilen.

Altes Rathaus und Stammhaus der Familie Underberg

Historisches Flair

Rheinberg ist nun nicht mehr weit. Am besten direkt die Innenstadt ansteuern! Denn sie ist sehenswert. Rund um den Marktplatz mit seinem historischen Flair entdeckt der Besucher das gotische Rathaus von 1449, Bürgerhäuser aus dem 16./17. Jahrhundert sowie das als Wohn- und Geschäftshaus erbaute imposante Stammhaus der Familie Unterberg. Das 1846 gegründete Unternehmen ist noch heute in Familienbesitz. Weltberühmt ist der gleichnamige Magenbitter.

Zeit, wieder aufzusatteln. Vorbei am Stadtpark mit seinen weit geschwungenen Wegen, am sagenumwobenen Spanischen Valan aus der Festungszeit und Underberg-Freibad mit denkmalgeschütztem Ambiente führt die Route zur Budberger Seenplatte und Baggerloch. Eine gute Gelegenheit zu einer weiteren Rast oder einfach den Blick auf die stillen Gewässer schweifen zu lassen.

Die Route betritt nun Moerser Stadtgebiet – von weitem ist bereits das Geleucht auf der Halde Rheinpreussen zu sehen. Das Geleucht ist eine überdimensionale Grubenlampe – das typische Bergmannssymbol thront hoch oben auf der Halde. Berg und Bauwerk sind mit stolzen über 122 Metern das weltweit größte Montanbaukunstwerk. Der Künstler Otto Piene setzte hiermit den Bergleuten der ehemaligen Zechen der Region ein liebevolles Denkmal. Dem Himmelsstürmer bietet das Geleucht von oben herab bemerkenswerte Ausblicke bis zum Ruhrgebiet und auf den Niederrhein.

Flaniermeile

Die Route schlängelt sich nun durch den Ortsteil Eick-Ost und erreicht schließlich die Moersbachaue. Auch ein Abstecher zur Flaniermeile Moerser Altstadt lohnt sich. Sehenswert sind außerdem das Moerser Schloss und der Schlosspark. Mit Rosarium, historischen Wällen und teilweise exotischem Baumbestand gilt der Park als eine besonders schöne Grünanlage. Im vergangenen Jahr wurde das Schloss übrigens wieder eröffnet.

Die Halde Norddeutschland mit Gleitschirm

Nun führt die Baumkreisroute wieder durch die Kendel- und Donkenlandschaft. Nächste Station ist die Halde Norddeutschland mit Hallenhaus – unweit von Neukirchen-Vluyn. Das 2006 entstandene Stahlgerüst verweist auf die regionale Vergangenheit der Landwirtschafts- und Industriekultur. Als solches symbolisiert es den Strukturwandel. Treppauf geht es beim Hallenhaus über 359 Stufen. Müßig zu erwähnen, dass hier der Blick phänomenal ist. Apropos Industriekultur: Der weitere Streckenverlauf ermöglicht den Blick auf einen alten Förderturm des ehemaligen Bergwerks West.

Unübersehbarer Mammutbaum

Nun folgt ein landschaftlich wie gemalter Abschnitt durch Wald und vorbei an Höfen. Hat man den Eyller Berg passiert, ragt schon bald unübersehbar ein Mammutbaum auf. Langsam rückt der Ausgangspunkt, das Kloster Kamp wieder näher. Hier gilt alle Anstrengung dem Berg, der zum Erreichen des Zieles erklommen werden muss. Und jetzt ist der gemütliche Teil an der Reihe. Denn ein kühles Getränk und eine gute Mahlzeit haben sich die Besucher der Baumkreisroute verdient.

Michael Vehreschild

Flyer und weitere Info zur Baumkreisroute: Stadt Moers, c/o Geschäftsstelle Landschaftspark NiederRhein, www.landschaftspark-niederrhein.com

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